Verbände und Vertreter der Druckindustrie sprechen über Umweltverträglichkeit von UV-Technologien

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Mit wachsendem UV-Anteil im Druck ist das Thema Umweltfreundlichkeit immer stärker in der Diskussion. Gemeinsam beschäftigen sich Experten der gesamten Wertschöpfungskette proaktiv mit den Themen Härtungskontrolle und Deinkbarkeit und trafen sich zum Runden Tisch am 13. Juli 2017.

Auf Einladung des Bundesverband Druck und Medien haben Vertreter der Verbände, der Druck- und Zulieferindustrie, sowie von Instituten über die zukünftigen Herausforderungen bezüglich Umwelt und UV-Technologie diskutiert und wollen gemeinsam nach Wegen suchen, um zukünftigen Belastungen des Stoffkreislaufes durch den steigenden Anteil von UV-gedruckten Produkten im Recyclingprozess entgegenzuwirken und diese Technologie noch sicherer in der Anwendung machen.

Mit zunehmender Leistungsfähigkeit steigen immer mehr bisher konventionell druckende Unternehmen auf UV und insbesondere auf UV-LED-Technologie um. Vorteile sind die schnelle Verarbeitbarkeit der Druckbogen, die Kratz- und Scheuerfestigkeit der Produkte und die Möglichkeit der Farbabstimmung am trockenen Bogen. Gegenüber der UV-Härtung mit Quecksilberdampflampen ergeben sich im UV-LED-Bogenoffsetdruck große Vorteile für die Umwelt und bei der Energieeffizienz. Auch ist beim Umstieg von Heatset auf UV im Rollenoffsetdruck mit Energieeinsparungen zu rechnen. Auf ungestrichenen Papieren ergibt sich bei Einsatz von LED-Farben eine höhere Brillianz der Bilder.

Gerade für Neueinsteiger in den UV-Bereich erfordert diese Technologie ein gewisses Umdenken hinsichtlich Arbeitsschutz, Prozessgestaltung und Entsorgung der Abfälle.

Nach Einschätzung der Experten ist die UV-Härtung bei richtiger Anwendung sicher. Es bestehen allerdings gewisse Unsicherheiten, wenn diese Technologie nicht nach definierten und bewährten Methoden angewendet wird. Für die Beurteilung der Härtung gibt es viele Testverfahren, deren Aussagekraft begrenzt ist und Erfahrung bedarf. Für die Ermittlung des Härtungsgrades gibt es trotz intensiver Forschung bisher nur sehr aufwändige Labormessverfahren. Ein Industrie-taugliches Handmessverfahren für die direkte Messung des Durchhärtungsgrades an der Maschine gibt es bisher nicht.

Bekannt ist auch, dass UV-Drucke zwar recyclierbar sind, aber Nachteile beim Deinking im Vergleich zu anderen Druckverfahren haben. Werden UV-Druckabfälle der Druckereien dem Recyclingprozess zugeführt, so ergeben sich bei der Herstellung von weißen Recyclingpapieren sporadisch Verschmutzungen im Papier, die zu Qualitätseinbußen führen.

Alle Beteiligten wollen gemeinsam daran arbeiten, die Umweltverträglichkeit der UV-Härtung  weiter zu verbessern, die Prozesse noch sicherer zu gestalten, sowie Transparenz zum Thema Umweltfreundlichkeit der UV-Technologie in der Öffentlichkeit zu schaffen.

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