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US-Verband für Druck- und Papiertechnik: „TTIP ist für uns äußerst wichtig“

29.04.2015 | id:7974526

Würzburg, 29. April 2015 – „In der Top-50 unserer wichtigsten Zielmärkte finden sich zwanzig EU-Mitgliedsländer. Schon diese Zahl zeigt die hohe Bedeutung des Transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP für unsere Mitgliedsunternehmen“, erklärte Ralph J. Nappi heute in Würzburg auf der Jahresmitgliederversammlung des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VDMA.

Nappi ist Präsident der US-amerikanischen Association for Suppliers of Printing, Publishing and Converting Technologies (NPES), die gemeinsam mit dem VDMA-Fachverband für freien Handel, harmonisierte regulatorische Rahmenbedingungen und für eine engere Zusammenarbeit des Druck- und Papiermaschinenbaus aus beiden Wirtschaftsräumen eintritt.

Infolge das TTIP-Abkommens erwartet die US-Wirtschaft laut Nappi einen Anstieg der Exporte in die EU um schätzungsweise 300 Milliarden US-Dollar jährlich. Davon würden auch in den Vereinigten Staaten in  erster Linie mittelständische Betriebe profitieren; bei rund 97 Prozent der exportierenden Unternehmen handele es sich dort um kleine und mittlere Betriebe. Jeder vierte US-Job im verarbeitenden Gewerbe hänge an Exporten.

Europa wichtiger Markt für amerikanische Druck- und Papiertechnik
Für amerikanische Hersteller von Druck- und Papierverarbeitungstechnik ist Europa laut Nappi ein äußerst wichtiger Markt. Marktstudien seines Verbandes prognostizieren hier bis 2017 ein Umsatz von 4,2 Milliarden US-Dollar jährlich, davon fast ein Viertel im deutschen Markt. Insgesamt sei die Nachfrage nach Druck- und Papiertechnik in der EU um 20 Prozent höher als in China und Japan zusammen.

Vor diesem Hintergrund betonte Nappi, sein Verband werde sich weiter für ein starkes TTIP-Abkommen einsetzen und dafür auch die enge Zusammenarbeit mit dem Fachverband Druck- und Papiertechnik im VDMA fortsetzen. Letztere habe sich in den letzten neun Monaten sehr positiv entwickelt. Seinerzeit hatte eine Delegation des deutschen Fachverbandes die US-Kollegen besucht und für die hohe Bedeutung des Freihandelsabkommens sensibilisiert. „Daraus ist nicht nur unsere gemeinsam unterschriebene und viel beachtete Erklärung für freien Handel und  für harmonisierte Rahmenbedingungen hervorgegangen – sondern zwischen unseren Verbänden ist eine sehr spezielle, auf Vertrauen und Respekt gründende Verbindung entstanden“, sagte der NPES-Präsident in Würzburg.

Die Arbeit an der gemeinsamen Erklärung hat inzwischen eine Fortsetzung in intensiven Gesprächen beider Verbände über weitergehende Möglichkeiten zur Kooperation gefunden. Darin geht es um die gegenseitige Anerkennung von Normen und Standards, Zertifizierungen und Akkreditierungen.

Aufklärung wider die Kritik an TTIP
Nappi ging auch auf Kritik am Freihandelsabkommen ein. Die gebe auf beiden Seiten des Atlantiks. Etwa die Sorge vor mangelnder Transparenz, zu viel Macht multinationaler Konzerne, vor sinkendem Einfluss staatlicher Regulierung oder vor Jobverlusten. „Diese Sorgen sind eine politische Herausforderung, der wir uns stellen müssen“, sagte er. Der Weg zum Erfolg des Abkommens führe über  Aufklärung. Der Fokus müsse dabei auf den vielen Gemeinsamkeiten und auf dem breiten Konsens liegen, den die vielen bilateralen Arbeitsgruppen in den Vorbereitungen zu TTIP erzielt haben. Auch gelte es zu verdeutlichen, wo die Einflussbereiche des Abkommens enden und welchen Nutzen die Menschen in Europa und in den USA erwarten können. „Sie müssen mehr über die positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte erfahren, die ein freier transatlantischer Handel für uns alle mit sich bringt“, erklärte er.

Nicht nur in diesem Punkt herrscht Einigkeit zwischen Nappi und Dr. Markus Heering, dem Geschäftsführer des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VDMA. „Beide Seiten werden von einem starken TTIP-Abkommen profitieren. Das gilt auch für die Druck- und Papiertechnik, wo sich die Portfolios deutscher und amerikanischer Hersteller ergänzen“, erklärte Heering in Würzburg. Darum hätten sich beide Verbände vorgenommen, Handelsbarrieren zu beseitigen. „Wir werden unsere Mitgliedsunternehmen unterstützen, indem wir die gegenseitige Anerkennung von Normen, Standards, Zertifizierungen und Produktprüfungen vorantreiben. Und wir werden uns in unseren Ländern für die Abschaffung der Einfuhrzölle und harmonisierte Rahmenbedingungen einsetzen“, bekräftigte er.

Kontakt
Katharine Zepf
VDMA Druck- und Papiertechnik
Tel: +49 (0)69 6603 1450
E-Mail: katharine.zepf@vdma.org
 

Bildquelle : NPES

Zepf, Katharine
Zepf, Katharine
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